„Die spinnen die Finnen“ kann man nicht gerade behaupten, wenn man an das Thema Sauna denkt. Denn Sauna steigert nicht nur das körperliche und seelische Wohlbefinden, es werden vor allem auch die Abwehrkräfte gestärkt, die besonders jetzt zur Winterzeit so enorm wichtig sind. Zumal die Sauna ihren eigentlichen Ursprung nicht in Finnland, sondern vielmehr in Ostasien hat, wo bereits in der Steinzeit das Baden in einem heißen Raum eine weit verbreitete Sitte war. Erst vor ungefähr 1500 Jahren entwickelte sich die Idee der Sauna auch im hohen Norden. Inzwischen ist die Sauna ein fester Bestandteil der finnischen Kultur. Fast jeder Haushalt besitzt eine Sauna, in einigen Familien ersetzt die Sauna förmlich das Badezimmer und dient neben der Entspannung auch der Körperreinigung. Seit 1999 gibt es in Finnland sogar die Sauna-Weltmeisterschaften. Auch in Deutschland finden die „Offenen deutschen Meisterschaften“ seit 2005 Anklang.
Die gesundheitsfördernde Wirkung der Sauna
Der Aufenthalt in einem Saunaraum dauert in der Regel etwa 10 bis 15 Minuten. Da die Temperatur in einer Sauna zwischen 70 und 110 Grad sein kann, steigt die eigene Körpertemperatur während des Aufenthalts meist bis auf 39 Grad an, was eine ähnliche Wirkung wie Fieber hervorruft. Die Erhöhung der Körpertemperatur sorgt dafür, dass Krankheitserreger zerstört und zugleich die Abwehrkräfte gegen Erkältungskrankheiten gestärkt werden. Zudem wir nach der anschließenden Abkühlung die Muskulatur entspannt, weshalb sich ein Saunabad sehr gut nach dem Sport eignet. Weitere physiologische Effekte der Sauna können Anregung des Stoffwechsels und des Kreislaufs sowie Senkung des Blutdrucks sein. Auch der Hautalterungsprozess soll durch regelmäßiges Saunieren verlangsamt werden.
Der Aufguss – das Zeremoniehighlight eines Saunabesuchs
Ein guter Duftaufguss, wie zum Beispiel aus Fichten-, Zitrus- oder Eukalyptusduft, gehört inzwischen zu jedem öffentlichen Saunabesuch dazu. Je nach Duftnote kann ein Aufguss anregend oder beruhigend auf den Körper wirken. Meist wird die Aufgusszeremonie von einem Saunameister ausgeführt. Nachdem die Saunagäste einige Minuten in der Sauna geschwitzt haben wird zunächst frische Luft in die Sauna gelassen. Anschließend gießt der Saunameister das Aufgusswasser auf den heißen Steinofen der Sauna, wo der Aufguss verdampft. Nun wirbelt der Saunameister mit einem Handtuch den Wasserdampf und verteilt ihn somit gleichmäßig in der Sauna. Der gesamte Vorgang wird oft zweimal wiederholt. Nach dem Aufguss ist es üblich, dass man noch einige Minuten in der Sauna verweilt, bevor man sich unter der Dusche oder im Eisbad abkühlt.